Heinrich von Kleist: Zitate

„Man sagte, ich sei zu alt, zu studiren [sic]. Darüber lächelte ich im Innern; weil ich mein Schicksal voraus sah, einst als Schüler zu sterben, und wenn ich auch als Greis in die Gruft führe.“
An Christian Ernst Martini; Potsdam, 19. März 1799.

„Wär ich zu etwas Anderem brauchbar, so würde ich es von Herzen gern ergreifen: ich dichte bloß, weil ich es nicht lassen kann.“
An Otto August Rühle von Lilienstern; Königsberg, 31. August 1806.

Beherzigung für Eltern und Lehrer:
Wenn du die Kinder ermahnst, so meinst du, dein Amt sei erfüllet. / Weißt du, was sie dadurch lernen? Ermahnen, mein Freund! (Kleist)

Bei dem ewigen Beweisen und Folgern verliert das Herz fast zu fühlen; und doch wohnt das Glück nur im Herzen, nur im Gefühl, nicht im Kopfe, nicht im Verstande. (Kleist an Ulrike Nov. 1799)

„Ein freier, denkender Mensch bleibt nicht da stehen, wo der Zufall ihn hinstößt; oder wenn er bleibt, so bleibt er aus Gründen, aus Wahl des Bessern.“
An Ulrike von Kleist; Frankfurt (Oder), Mai 1799.

„Die Menge von Erscheinungen stört das Herz in seinen Genüssen, man gewöhnt sich endlich in ein so vielfaches eitles Interesse einzugreifen, u verliert am Ende sein wahres aus den Augen.“
An Wilhelmine von Zenge; Berlin, 16. August 1800.

„Die Nothwendigkeit, eine Rolle zu spielen, und ein innerer Widerwillen dagegen machen mir jede Gesellschaft lästig, u froh kann ich nur in meiner eignen Gesellschaft sein, weil ich da ganz wahr sein darf.“
An Ulrike von Kleist; Berlin, 5. Februar 1801.

„Für die Zukunft leben zu wollen – ach, es ist ein Knabentraum, und nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft.“
An Wilhelmine von Zenge; Leipzig, 21. Mai 1801.

„ - Ach, es muß öde u leer und traurig sein, später zu sterben als das Herz –“
An Karoline von Schlieben; Paris, 18. Juli 1801.

Ordentlich ist heute die Welt; sagen Sie mir, ist sie noch schön?“
An Adolfine von Werdeck; Paris, zwischen Ende September und Mitte November 1801.

„Ich auch finde, man muß sich mit seinem ganzen Gewicht, so schwer oder leicht es sein mag, in die Waage der Zeit werfen [...].“
An Heinrich Joseph Collin; Dresden, 20. und 23. April 1809.

Auch der Olymp ist öde ohne Liebe.

Musik, ihr Fraun, Musik! Ich bin nicht ruhig. Laßt den Gesang erschallen! Macht mich still!

Wenn alle Menschen statt der Augen grüne Gläser hätten, so würden sie urteilen müssen, die Gegenstände, welche sie dadurch erblicken, sind grün.

Ich erkenne nur ein höchstes Gesetz an, die Rechtschaffenheit, und die Politik kennt nur ihren Vorteil.

Weg mit allen Vorurteilen, weg mit dem Adel, weg mit dem Stande - gute Menschen wollen wir sein und uns mit der Freude begnügen, die die Natur uns schenkt.