| Heinrich von Kleist: Zitate |
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„Man sagte, ich sei zu alt, zu studiren [sic]. Darüber
lächelte ich im Innern; weil ich mein Schicksal voraus sah, einst als Schüler
zu sterben, und wenn ich auch als Greis in die Gruft führe.“ „Wär ich zu etwas Anderem brauchbar, so würde ich es von
Herzen gern ergreifen: ich dichte bloß, weil ich es nicht lassen kann.“ Beherzigung für Eltern und Lehrer: Bei dem ewigen Beweisen und Folgern verliert das Herz fast
zu fühlen; und doch wohnt das Glück nur im Herzen, nur im Gefühl, nicht im
Kopfe, nicht im Verstande. (Kleist an Ulrike Nov. 1799) „Ein freier, denkender Mensch bleibt nicht da stehen, wo der
Zufall ihn hinstößt; oder wenn er bleibt, so bleibt er aus Gründen, aus Wahl
des Bessern.“ „Die Menge von Erscheinungen stört das Herz in seinen
Genüssen, man gewöhnt sich endlich in ein so vielfaches eitles Interesse
einzugreifen, u verliert am Ende sein wahres aus den Augen.“ „Die Nothwendigkeit, eine Rolle zu spielen, und ein innerer
Widerwillen dagegen machen mir jede Gesellschaft lästig, u froh kann ich nur in
meiner eignen Gesellschaft sein, weil ich da ganz wahr sein darf.“ „Für die Zukunft leben zu wollen – ach, es ist ein
Knabentraum, und nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft.“ „ - Ach, es muß öde u leer und traurig sein, später zu
sterben als das Herz –“ Ordentlich ist heute die Welt; sagen Sie mir, ist sie noch
schön?“ „Ich auch finde, man muß sich mit seinem ganzen Gewicht, so
schwer oder leicht es sein mag, in die Waage der Zeit werfen [...].“ Auch der Olymp ist öde ohne Liebe. Musik, ihr Fraun, Musik! Ich bin nicht ruhig. Laßt den
Gesang erschallen! Macht mich still! Wenn alle Menschen statt der Augen grüne Gläser hätten, so
würden sie urteilen müssen, die Gegenstände, welche sie dadurch erblicken, sind
grün. Ich erkenne nur ein höchstes Gesetz an, die
Rechtschaffenheit, und die Politik kennt nur ihren Vorteil. Weg mit allen Vorurteilen, weg mit dem Adel, weg mit dem
Stande - gute Menschen wollen wir sein und uns mit der Freude begnügen, die die
Natur uns schenkt. |